Das Projekt


Die Werbemelder*in ist ein vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefördertes Gemeinschaftsprojekt, mit dem Pinkstinks und die Nutzer*innen aufzeigen, wie in Deutschland wo sexistisch geworben wird und was man dagegen tun kann.

Seit der Gründung von Pinkstinks wurde der Verein immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, das Problem Sexismus in der Werbung sei ein gefühltes. So genau könne man das gar nicht sagen und außerdem sei das alles sowieso nur eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Werbemelder*in ist die Antwort auf diesen Vorwurf. Sexismus ist real und kann anhand von Kriterien identifiziert und bekämpft werden.

Genau das tun wir mit eurer Hilfe durch die Werbemelder*in.

Ihr schickt uns Werbung, die euch im Stadtbild, auf LKWs während der Autofahrt oder im Internet aufgefallen ist, und wir bewerten sie und pinnen sie auf eine Deutschlandkarte. Die halbnackten Frauen, die ohne jeden Produktbezug für Fußböden, Reifen und Fleischprodukte werben müssen. Die Verweise darauf, dass Strompreise ja genauso eine runde Sache seien wie Frauenhintern. Und die Vergleiche, bei denen Frauen zwar schöner als Uhren sind, aber leider nicht richtig ticken.

Wir pinnen aber auch die Motive, die wir als stereotyp oder nicht sexistisch bewerten. Unsere Bewertungskriterien dafür haben einen langen Weg hinter sich gebracht und sind erprobt.

Im Zuge unseres Engagements für eine Gesetzesnorm gegen Sexismus haben wir anhand der Doktorarbeit von Berit Völzmann zu dem Thema Kriterien entwickelt, die wir zur Einschätzung heranziehen. Sexismus liegt vor, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien greift:

1. Geschlechtsbezogenes Über-/Unterordnungsverhältnis

2. Ausschließliche Zuordnung von Eigenschaften, Fähigkeiten und soziale Rollen in Familie und Beruf aufgrund von Geschlecht

3. Sexuelle Anziehung als ausschließlicher Wert von Frauen

4. Das Suggerieren von sexueller Verfügbarkeit

Mit euren eingesendeten Daten können wir aufzeigen, wie stark Menschen in Deutschland unter Druck gesetzt und in ihren Möglichkeiten beschränkt werden. Das ist auch der Fall, wenn Produkte für Mädchen immer mit rosa und Produkte für Jungen immer mit blau beworben werden oder eine Kinderspielzeugfirma nur Prinzessinnen für Mädchen und Bauarbeiter für Jungs verkauft.

Einer einzelnen Firma vorzuschreiben, diversere Körper- und Rollenbilder zu zeigen, ist nicht möglich. Aber mit der Werbemelder*in kann abgebildet werden, welche Monokultur auf den Plakatwänden herrscht. So können wir Öffentlichkeit für das Thema generieren und uns dafür stark machen, dass sich etwas ändert. Die stereotypen Einreichungen kategorisieren wir nach den folgenden Kriterien:

5. Normschöne stereotype Darstellungsweisen.

6. Stereotype Zuordnung von Eigenschaften, Fähigkeiten und sozialen Rollen aufgrund von Geschlecht.

7. Stereotype Zuordnung von Gegenständen oder Farben aufgrund von Geschlecht.

Diese Kriterien sind bewusst eng formuliert. Nicht zuletzt auch um den Vorwurf zu entkräften, Sexismus sei immer nur Geschmacksfrage. Eure Einreichungen und unsere Kriterien sind die Basis dafür wie die Werbemelder*in funktioniert. Hier könnt ihr all die Motive hinschicken, an denen ihr täglich auf dem Weg zur Arbeit vorbeilauft und über die ihr euch schon immer geärgert habt. Und wir werten sie ein, kommen mit den Verantwortlichen ins Gespräch und entwickeln Strategien und Maßnahmen, um das Problem anzugehen.

Mit euch schaffen wir das! Gemeinsam gegen Sexismus.

Das Projekt Werbemelder*in wird gefördert vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.

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