Das Projekt Werbemelder*in

Von 2013 bis 2017 hat Pinkstinks für eine Gesetzesnorm gegen Sexismus in der Werbung (im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) gekämpft. Unsere Norm basierte auf der Doktorarbeit von Berit Völzmann, die dafür 2015 den Deutschen Juristinnenpreis erhielt. Die Kampagne wurde in der Presse stark thematisiert und von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen bundesweit, den Staatssekretärinnen (Elke Ferner und Caren Marks) des Bundesfamilienministeriums sowie fast allen deutschen Frauenverbänden unterstützt. Tausende unterschrieben unsere Petition dazu.

Obwohl sich der SPD-Parteivorstand sowie die Mehrheit der SPD-Basis auf ihrem Bundesparteitag 2016 für die Kontrolle sexistischer Werbung ausgesprochen hatte, fand sie keinen Eingang in das Wahlprogramm 2017. Stattdessen wurde ein Monitoring sexistischer Werbung in Deutschland beschlossen, um festzustellen, wie verbreitet diese in Deutschland wirklich sei. Darüber hinaus sollen Bildungs- und Sensibilisierungsbausteine entwickelt werden, um die Toleranz für sexistische Werbung in Deutschland zu verringern. Das Ergebnis ist dieses Projekt, die Meldungsfunktion mit Deutschlandkarte, unsere Bildungsarbeit und unsere Datenbank. Sie wird bis Juli 2019 vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Die Gesetzesnorm-Kampagne ruht bis 2019. Wir beraten jedoch gerne und jederzeit Landesverbände und Politiker*innen zu unseren Erfahrungen und unseren Kriterien.

Mehr zur Vorgeschichte findet ihr in unserem Kampagnen-Archiv.

Als Erinnerung hier noch die schönsten Testimonials zu unserer Gesetzesnorm-Kampagne:

„Ich unterstütze das Anliegen von Pinkstinks und verabscheue Sexismus zutiefst. Ich werbe für einen leisen Hauch von Tugendterror.“
– Dirk von Lowtzow, Sänger der Band Tocotronic

„Ich unterstütze die Initiative, weil ich möchte, dass Männer mehr sein dürfen, als nur schwanzgesteuert.“
– Silke Burmester, Autorin und Journalistin

„Ich habe keine Lust mehr meiner Tochter ständig erklären zu müssen, warum sie an jeder zweiten Ampel auf Plakate mit Frauenhintern guckt. Auch wenn da bloß Eis oder Pizza verkauft werden soll“
– Lisa Ortgies, Moderatorin FrauTV

„Ich unterstütze Pinkstinks, weil mit dieser Initiative Frauen nicht mehr zu bloßen Objekten degradiert werden, sondern Werbung wieder ihren eigentlichen Zweck erfüllt, nämlich die Vorzüge von Produkten in den Mittelpunkt zu stellen und nicht alte Rollenklischees.“
– Elke Ferner, Mitglied des Deutschen Bundestages
Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend a.D.

Unvergesslich unsere Demonstration gegen Sexismus in der Werbung am Brandenburger Tor im September 2013 – die erste dieser Art weltweit! – mit Sookee, Tocotronic und vielen anderen:

Ohne Gesetzesnorm-Kampagne wäre dieses Monitoring-Projekt nicht entstanden. In den Köpfen der Menschen etwas durch Bildung und Sensibilisierungsmaßnahmen zu bewegen, ist eine große Chance. Wir werden unsere Erfahrungen und die Ergebnisse dieses Projektes in regelmäßigen Publikationen zusammenfassen und sind gespannt.